Die Sagen von den Gonger

Die Sagen von Gongers sind schon sehr alt und man kann sie fast überall auf der Welt in den verschiedensten Kulturen finden. Selbstverständlich haben die unterschiedlichsten Kulturen unterschiedliche Namen dafür.

Gonger sind eine Art Poltergeist oder auch Wiedergänger. Besonders populär sind sie auf den nordfriesischen Inseln Sylt und Amrum.
Man unterscheidet zwei verschiedene Arten von Gongern.

 

Unschuldige Menschen die ermordet wurden.

Etwa Gotteslästerer, Selbstmörder, ermordete und Personen, die sich zu Lebzeiten selbst verflucht haben. Auch steht in Chroniken geschrieben „Menschen, die Grundsteine versetzt oder Land abgeflügt (verwüstet) haben, finden in ihrem Grab keine Ruhe. Es war wohl üblich, die Leichen der Ermordeten einfach der Nordsee zu überlassen. Der Name Gonger führt daher zurück, dass diese Wesen nach dem letzten Mitternachtsschlag der Kirchenglocke (dem letzten Gong) erwachen. Sie steigen aus ihrem nassen Grab und kehren an Land zurück. Das Ziel der Gonger ist es, sich an ihren Mördern zu rächen wobei auch oft ein oder zwei Generationen übersprungen werden, so dass selbst die Nachkommen der Mörder dem Gonger ausgesetzt sind. Dem Aussehen nach werden sie wie Wasserleichen beschrieben, mit der Kleidung, die sie am Tag ihres Todes trugen. Auch tropft Salzwasser von ihnen und sie hinterlassen wässrige Fußabdrücke. Hat der Gonger den Menschen gefunden, den er sucht, berührt er ihn mit der Hand und macht ihn somit zu einen der ihnen und nimmt ihn mit in die See. Auch ist zu beachtet, dass man niemals einem Gonger die Hand gibt. Diese wird sonst schwarz und fällt ab.

 

Die zweite Art beschreibt Seemänner, die auf See gestorben sind.

Oft war es so, dass die Familienangehörigen oder auch nahestehende Menschen von deren Tot nichts mitbekamen. Laut der Sagen kommen sie nachts zu ihren Angehörigen auch wie die erste Gongerart in der Kleidung, in der sie gestorben sind. Wenn die Menschen schlafen setzen oder legen sie sich auf die Bettdecke. Wenn nun der Angehörige am nächsten Tag erwacht, findet er eine Salzwasserlache und Wasserfußabdrücke dort, wo der Gonger langgegangen ist. Diese Form soll nicht gefährlich sein. Es geht dem Gonger darum, dass seine Angehörigen von seinem Tod wissen und seiner gedenken. Auch das kann sich über mehrere Generationen hinziehen, bis seiner gedacht wird. Diese arme Seele ist von Traurigkeit erfüllt und löst Mitgefühl aus.

Wie präsent auch heute noch der Volksglaube an die Gonger ist, kann man etwa zu Halloween spüren. Wer Lust und Mut hat sich ein bisschen zu gruseln kann zu Gongertreffs auf der Insel gehen, oder sich selbst verkleiden und mitspuken. Ich persönlich würde aber vor dem letzten Glockenschlag in meine Unterkunft gehen, denn man weiß ja nie…

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