Als der Meeresspiegel anstieg vor ungefähr 3500 Jahren brach ein Felsgebilde vom Festland ab, aus dem die heutige Insel Helgoland entstand. Natürlich war die Insel zu diesem Zeitpunkt noch deutlich größer. Anhand von Funden kann belegt werden, dass Helgoland schon zur Bronzezeit (2200 – 800 v. Christus) bewohnt war.

 

Erwähnt wurde Helgoland zum ersten Mal unter dem Namen „Heiligland“ um 800 n. Christus. Die Friesen selbst nannten die Insel allerdings „Halunder“, was so viel wie „Hohes Land“ heißt.

Durch die Nähe zu Dänemark gab es ab dem 13. Jahrhundert immer wieder Besitzansprüche um Helgoland.

Die Helgoländer hatten ab den 13. und 14. Jahrhundert aber nicht bloß mit den Dänen zu kämpfen, sondern auch immer wieder mit Piraten. Nachdem der dänische König seinen Anspruch auf Helgoland geltend machen konnte, wurde die Insel 1714 ein Teil von Dänemark.

Das sollte sich aber in näherer Zukunft bereits wieder ändern. 1807 wird die Insel Helgoland von den Engländern erobert. Für einige Jahre herrschte nun ein gewisser Wohlstand auf der Insel, was daran lag, dass Helgoland sich zum Schmugglerparadies gewandelt hatte. Da so etwas nicht ewig Bestand haben konnte, war den Insulanern bewusst und sie gründeten 1826 das erste offizielle Seebad.

 

Der so genannte „Helgoland-Sansibar-Vertrag“ brachte dann die Wende. Kaiser Wilhelm der 2. handelte am 10.08.1890 einen Deal mit den Briten aus. Das Deutsche Reich verzichtete auf seinen Anspruch auf das Sultanat Sansibar vor der Küste Tansanias und bekam dafür die Insel Helgoland. So wurde die Insel also deutsch und zählte zum preußischen Staat.

Da die Insel Helgoland in einer so hervorragenden Lage liegt, ließ Kaiser Wilhelm direkt einen Marinestützpunkt bauen.

 

Das ging so weit, dass mit Ausbruch des ersten Weltkrieges die Helgoländer die komplette Insel räumen mussten, da ganz Helgoland zu einer Seefestung umgebaut wurde. Der erste Weltkrieg hinterließ so einige Spuren, nicht nur an den Menschen, sondern auch an der Insel selbst.

Nachdem der Krieg verloren war, durften die Insulaner auf die Insel Helgoland zurückkehren.

Schon bald darauf ergriff Adolf Hitler die Macht und ließ Helgoland mit Blick auf den 2. Weltkrieg ausbauen. Der Deckname dafür war „Projekt Hummerschere“. Auch die von Hitler ins Leben gerufene „Kraft durch Freude“ Organisation machte sich Helgoland zunutze, indem sie Fahrten nach Helgoland anboten. Erstaunlicherweise blieb die Insel bis 1943 fast vollständig von Kriegsschäden verschont.

 

Zum Kriegsende wurde Helgoland Schritt für Schritt von den Alliierten besetzt, und fiel letztendlich den Briten zu. Die Insulaner mussten Helgoland räumen, da die Briten die Insel für Sprengstofftests nehmen wollten. Es entwickelte sich der Plan, die Insel Helgoland komplett zu versenken, da die Briten sie durch ihre günstige Lage als Gefahr ansahen.

So wurde 1947 „The Big Bang“ ausgelöst, die zu der Zeit größte, nicht-nukleare Sprengung. Doch anstatt unterzugehen hielt die Insel den 4000 Tonnen Sprengstoff stand. Durch diplomatische Verhandlungen der Adenauer Regierung mit den Briten, gaben diese Helgoland 1952 der Bundesregierung Deutschland zurück.

Nun mussten die Helgoländer erneut ihre Insel aufbauen. Dies dauerte bis zu dem Jahr 1967.

Helgoland fand schnell den Weg zurück zum Bade- und Kurort und ist heute wieder wunderschön und ein echtes Paradies.

 

 

 

Sprache und Bräuche

 

Die Helgoländer Insulaner bezeichnen sich bis heute selbst als “Halunder“.

Durch die Geschichte Helgolands und den verschieden Herrschern mit den unterschiedlichsten Sprachen (Friesisch, Dänisch, Englisch, Deutsch) haben die Helgoländer sich darauf geeinigt, dass sie in erste Linie Helgoländer sind, dann sind sie Friesen und dann Deutsche. Gerade die friesische Sprache hat einen hohen Stellenwert für die Helgoländer. So wundert es nicht, dass Friesisch in der Schule ein Pflichtfach ist und schon im Kindergarten den Kindern vermittelt wird.

 

Gerade durch diesen festen Zusammenhalt und das Geschichtsbewusstsein der Insulaner haben sich zahlreiche alte Bräuche bis heute erhalten.

 

Als Beispiel dafür dient die Kindertaufe.

Dieser alte Brauch stammt aus der Zeit, als es auf Helgoland keine Brunnen gab und die Wasserversorgung auf der Insel ein ernstes Problem war. Dieser schöne Brauch des Wassertragens wird auch heute noch zelebriert. Die Kinder von Helgoland gehen mit silbernen Taufbechern zu dem Haus des Täuflings und lassen diese dort mit Wasser befüllen. Die Kinder tragen dabei die traditionelle Helgoländer Tracht und laufen gemeinsam mit dem Wasser zu der Kirche im Oberland.

Dort gehen sie zum Taufbecken und leeren ihre Taufbecher in das Taufbecken, um es dem Täufling zu spenden. Damit begrüßen die Kinder ihren neuen Mitbürger auf der Insel Helgoland.

Nachdem sie das getan haben, rennen sie schnell zum Haus des Täuflings zurück denn dort wartet auf sie leckerer Butterkuchen und der traditionelle Kinderwein.

 

 

Dieser schöne Brauch ist nur einer von vielen und macht deutlich, wie stark der Zusammenhalt der Helgoländer Gemeinden ist.


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